ダマスカスという言葉
Die Frage, ob ein Damast-Messer „echt“ ist, hat eine unbequeme Antwort: kein modernes ist es, weil das Wort aufgehört hat zu bedeuten, was es früher bedeutete.
Der Wikipedia-Artikel über Damaszener Stahl beschreibt das Original als hochkohlenstoffhaltigen Tiegelstahl, hergestellt im Wootz-Verfahren, mit Bänderung und Marmorierung, die an fließendes Wasser erinnert. Die Herstellung dieser Klingen ging zurück und endete um 1900, der letzte Bericht stammt von 1903 aus Sri Lanka. Was heute verkauft wird, ist mustergeschweißter Stahl: mehrere Stähle feuerverschweißt zu einem Paket, dessen Bänder durch Polieren oder Ätzen herausgearbeitet werden. Der Artikel hält fest, dass mustergeschweißter Stahl seit 1973 „Damast“ genannt wird und dass der Begriff — obwohl fachlich unzutreffend — im Handel inzwischen weithin akzeptiert ist.
Die zweite Hälfte zählt für den Kauf mehr. Der Wikipedia-Artikel über mustergeschweißten Stahl sagt, die moderne Stahlerzeugung habe die Gründe beseitigt, aus denen die Technik entstand: es besteht kein Bedarf mehr, Stähle zu mischen, Verunreinigungen zu verringern oder sie zu vereinheitlichen. Mustergeschweißter Stahl wird von Custom-Messermachern weiterhin wegen der kosmetischen Wirkung verwendet, die er erzeugt. Das Muster ist also kein Beleg für eine bessere Klinge, und ein schlichter Monostahl ist kein Beleg für eine schlechtere.
Bleiben die Fragen, die tatsächlich darüber entscheiden, wie das Messer arbeitet, und es sind dieselben wie bei jedem japanischen Messer: welcher Schneidstahl verbaut ist, ob er Kohlenstoffstahl oder rostfrei ist, und ob die Schneide auf einer Seite oder auf beiden geschliffen ist. Ein Angebot, das mit „Damast“ aufmacht und den Kernstahl nicht benennt, hat Ihnen nur von der Außenseite der Klinge erzählt.
Behandeln Sie „Damast“ in einem Angebot als Beschreibung der Oberfläche, nicht des Stahls, der schneidet — denn genau so verwendet der Handel das Wort heute. Suchen Sie dann den Kernstahl beim Namen. Nennt ein Angebot ein Muster und einen Preis und keinen Stahl, hat es den Teil beschrieben, den Sie sehen, und den übersprungen, den Sie benutzen.
Eines sagt Ihnen diese Seite nicht: wie man ein Muster erkennt, das auf die Oberfläche geätzt statt eingeschmiedet wurde. Diese Behauptung wird weithin wiederholt, und sie mag durchaus zutreffen, aber ich konnte keine Quelle finden, die belastbar genug zum Zitieren ist — deshalb bleibt sie außen vor, statt halb gesagt zu werden.
Die Quellen sind englischsprachig; ihre Titel stehen daher im Original.
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